Aktuelles vom Wiking

Road to Rio - Der Weg zu den Olympischen Spielen 2016

08.03.2016 08:34

Die Teilnahme an den Olympischen Spielen stellt für die meisten Sportler, egal in welcher Sportart, das größte Ziel in ihrer Athletenlaufbahn dar. Dies ist auch beim Rudern, eine der olympischen Kernsportarten, nicht anders und daher dreht sich in dieser Saison alles um die Regatta in Rio de Janeiro. Unser Leichtgewichts-Skuller Daniel Lawitzke versucht eines der begehrten Olympiatickets zu ergattern.

Das dies keine leichte Aufgabe werden würde war von vornherein klar. Gilt der Lgw.- Doppelzweier doch traditionell als sehr enge und hart umkämpfte Bootsklasse. Doch nach der ersten Standortbestimmung der Olympiasaison, der Kaderlangstrecke in Dortmund Ende November 2015, zeigte sich, wie schwierig der Weg werden würde. Sportlich zeigte Daniel, Vizeweltmeister im LM 4x- der Jahre 2014 und 2015, sowie EM-Finalteilnehmer im LM 1x 2014, eine gute Leistung. Beim individuellen Ergotest über 2000m belegte er in der nationalen Rangliste der leichten Skuller Rang 5. Bei der Langstrecke, im Einer über 6000m, konnte er sich im Ranking noch einen Platz steigern und auf den 4. Platz schieben. Für eine Teilnahme am anschließenden DRV Trainingslager in Sevilla erhielt Daniel jedoch keine Einladung. Und so bestritt der zuständige Bootsklassentrainer für den Lgw.-  Doppelzweier, Robert Sens, das erste der drei Trainingslager für die olympische Skullbootsklasse zwar mit fünf Athleten, jedoch ohne den Wikinger. Eine Begründung für die Nichtberücksichtigung blieb der Trainer schuldig. An dieser Stelle wurde den Verantwortlichen im WIKING deutlich, dass man selbst aktiv werden müsste um den Traum von Olympia nicht platzen zu lassen bevor er so richtig geträumt werden könnte. 

Die Selektionskriterien wurden frühzeitig bekannt gegeben: Wer sich für den Doppelzweier qualifizieren möchte muss bei der Kleinbootmeisterschaft, Mitte April in Köln, das A-Finale im Einer erreichen. Eine Woche später findet dann der Zweierausscheid mit drei Doppelzweiern, ebenfalls in Köln, statt. Um dort eine realistische Chance gegen den amtierenden WM-Sechsten, die seit Jahren eingefahrene Kombination Osborne/Moos aus Mainz zu haben, entschied sich Max Röger (Ruderclub Havel Brandenburg) für die Zweierbildung mit Daniel, obwohl die zuständigen DRV- Trainer von diesem „eigenen Projekt“ abgeraten hatten. Max, gemeinsam Vizeweltmeister mit Daniel 2014 und amtierender Deutscher Ergometer Rekordhalter (6:03,6) lebt und trainiert gemeinsam mit Daniel in Berlin. Zur Langstrecke in Dortmund belegte er den zweiten Platz. Dass der WIKING an dieses Duo glaubt und das Projekt zugleich voll unterstützt wird mit der Anschaffung eines neuen Filippi Doppelzweiers deutlich. Dank der Unterstützung unseres Sponsors Moll Marzipan GmbH und verschiedener anderer Partner aus dem Unternehmensnetzwerk Neukölln Südring, konnte der Zweier in Auftrag gegeben werden und erhielt als Besonderheit die Lackierung in Vereinsfarben. Zusammen mit dem Landesruderverband Berlin absolvierten Daniel und Max ihr erstes gemeinsames Trainingslager dieser Saison Ende Januar in Sabaudia/Italien. Anfang März folgte ein weiteres Trainingslager, welches unter Leitung von Wiking-Trainer Maik Zentner im italienischen Gavirate am Lago di Varese, vielen Wikingern seit 1998 als gutes Trainingsrevier bekannt, durchgeführt wurde. Hier wurde auch das neue Boot in Empfang genommen. Maik betreut die beiden Ruderer in guter Absprache mit den Trainern des Ruderzentrum Berlin immer dann, wenn diese wegen anderer Aufgaben verhindert sind. Die Kosten der Trainingslager, der genannte Bootskauf inkl. Skulls sowie die Bereitstellung eines Ersatzbootes betragen immerhin rund 40.000,-- €, die ausschließlich von den beiden beteiligten Vereinen und deren Gönnern und Sponsoren getragen werden. 

Mit der Langstrecke in Leipzig, der Kleinbootmeisterschaft und dem anschließenden Zweiertest in Köln beginnt die heiße sportliche Phase im Kampf um die Olympiatickets. Im April wird sich zeigen, ob der hohe Einsatz unserer Athleten und Trainer Früchte tragen wird.

Die RG Wiking und auch der Havel Ruderclub Brandenburg verlangen am Ende der Qualifikationswettkämpfe vom Deutschen Ruderverband und seinen Trainern eine sportlich transparente und faire Entscheidung und das heißt, dass zum Schluss der schnellste Zweier für Deutschland in Rio an den Start geht. 

Der Vorstand der Rudergesellschaft Wiking e.V.