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ROAD TO RIO - Der Weg zu den Olympischen Spielen 2016 (Teil 2)

24.07.2016 13:15

Daniel Lawitzke und sein Partner Max Röger vom Havel-Ruderclub Brandenburg hatten Anfang Mai alle Qualifikationsmaßnahmen zu den Olympischen Spielen absolviert. Die Ergebnisse der Tests in Leipzig (Ruder-Ergometer-Max-Test und Langstrecke im Einer) sowie in Köln (Dt. Kleinbootmeisterschaften im Lgw.-Einer und eine Woche später das Olympia Ausscheidungsrennen im Lgw.-Doppelzweier), sind bereits Geschichte.  Um es hier bereits vorwegzunehmen, Daniel und Max konnten sich, trotz großen Einsatzes,  leider nicht qualifizieren. 

Aber der Reihe nach: Nach einem gelungenen Trainingslager in Varese kam es Anfang April zum ersten nationalen Aufeinandertreffen der potentiellen Olympiafahrer in Leipzig auf dem Ergometer über 2000 Meter und im Einer über 6000 Meter. Daniel konnte auf dem C2 mit einem neuen persönlichen Bestwert von 6:12 überzeugen und Max mit 6:06 zwar seinen eigenen Deutschen Rekord nicht verbessern, gewann aber den Ergometerausscheid mit deutlichem Vorsprung. Am nächsten Tag, auf der Langstrecke, wurde Daniel Dritter und Max Vierter, womit beide zufrieden waren, da sie nur wenige Sekunden hinter dem Sieger Konstantin Steinhübel ins Ziel kamen.  

Das Fazit des ersten Schlagabtausches mit der Mainzer Trainingsgruppe war, dass man auf Augenhöhe stand und die Form stimmte. 

Leider erkrankte Max im Anschluss an einem bakteriellen Infekt und musste 10 Tage Antibiotika  einnehmen, dadurch wurde eine perfekte Vorbereitung auf die 14 Tage später stattgefundenen Dt. Kleinbootmeisterschaften verhinderte.

Etwas verunsichert reisten sie deshalb nach Köln an, aber über Vorlauf und Viertelfinale, welches die Beiden souverän gewannen, kam das Vertrauen in die eigene Leistung zurück.
Das Halbfinale stand bevor. Max konnte im ersten sowie Daniel im zweiten Lauf das Rennen bis kurz vor dem Ziel anführen, haben aber beide nicht bis zum Ende durchgezogen, da die Finalteilnahme gesichert war. Ungünstiger Weise sind beide dadurch auf eine Außenbahn gesetzt worden. Kenner wissen, dass die Aussenbahnen in Köln je nach Windrichtung oft bevor oder benachteiligt sind. Die Mainzer Hauptgegner waren als Halbfinalsieger in der besseren Position und sicherten sich hiermit die beiden Mittelbahnen mit den besseren Bedingungen. 
Am Sonntag kam es dann zum Finale im Lgw.-Einer und da konnten wir, auf Bahn 5 und 6 liegend, nicht in die Medaillenränge vorfahren. Ab der Streckenhälfte waren unsere Bahnen nicht ganz so windbegünstigt wie die anderen und so stellte sich, ein eher enttäuschender vierter Platz für Max und ein Sechster für Daniel ein. Sieger wurde Moritz Moos vor Jason Osborne, beide Mainzer RG.

Obwohl die Einer-Ergebnisse objektiv betrachtet für uns ziemlich enttäuschend waren, war aber das vorerst wichtigste Saisonziel erreicht worden. Mit ihren Vorleistungen und der Finalteilnahme im Einer hatten sich Daniel und Max das vom DRV versprochene Doppelzweier-Ausscheidungsrennen in Köln gesichert.

Da der Doppelzweier im Training immer die bessere Geschwindigkeit hatte als beide Einer, gingen wir in das eine Woche später erneut in Köln stattfindende Ausscheidungsrennen mit guten Hoffnungen. Um es im Zweier noch viel besser zu machen, bereiteten sich die Beiden  in dieser Woche in Köln-Fühlingen auf das ausstehende Duell vor. 
Hochkarätig waren die Gegner Osborne/Moos (im LG 2x U23 Weltmeister 2013 und 2014 , 5. der WM 2014 und 6. der WM 2015) und Steinhübel/Rommelmann (VizeWM im LG 4x 2014 mit Daniel und Max und WM 4. im LG 1x 2015/ U23 Weltmeister 2015 und WM 2. im LG 4x 2015 zusammen mit Daniel)

Zu dem Rennen am Samstag, den 23. April gab dann Cheftrainer Markus Schwarzrock höchstpersönlich den Startschuss für die drei Boote und es war vor dem Rennen abgesprochen worden, dass wir nur eine Chance bekommen würden, welches aus unserer Sicht auch völlig in Ordnung ging.

Daniel und Max konnten den Startspurt der Mainzer parieren und lagen bei 500m sowie bei 1000m ca. einen Bugkasten hinter dem führenden Boot aus Mainz. Zu diesem Zeitpunkt war klar, dass nur sie die Möglichkeit hatten die Mainzer zu schlagen, da Steinhübel/ Rommelmann schon gut zwei Längen hinter den beiden führenden Booten zurück lagen.
Bei 1250m waren sie gleich auf und bei 1400m schoben sich Daniel und Max ganz knapp an den Mainzern vorbei, doch dann innerhalb weniger Schläge konnte der eingefahrene Zweier kontern und schob sich wieder an ihnen vorbei an die Spitze und baute den Vorsprung Zentimeter um Zentimeter weiter aus, so das die Mainzer 100m vor dem Ziel ein halbe bis dreiviertel Länge Vorsprung hatten. Diesen ließen sich Osborne/Moos dann nicht mehr nehmen.

Damit war der Olympiatraum leider ausgeträumt, ein tolles Rennen gefahren, dem Gegner alles abverlangt, aber das bessere Boot hatte sich durchgesetzt! Glückwunsch an die Kombination Jason Osborne/ Moritz Moos, die Deutschland nun bei den Olympischen Spielen in Rio vertreten werden. Ihre Klasse haben sie zudem in der Zwischenzeit bei den Europameisterschaften in Brandenburg bewiesen, wo sie Silber gewinnen konnten.

Unser Dank gilt ganz besonders unserem Trainerteam, den Bundestrainern Sven Ueck und Andreas Herdlitschke, die in ihrer „Freizeit“ die Jungs vorbereitet haben und unserem Juniorentrainer Maik Zentner, der in den letzten drei Monaten fast seine gesamte Freizeit investiert hat! Natürlich auch unseren Groß- und Kleinspendern, die dafür gesorgt haben, dass wir  konkurrenzfähige Boote kaufen und Trainingslager finanzieren konnten, sowie allen, die wochenlang die Daumen gedrückt haben!

Nicht zu vergessen ist, dass sich der DRV-Cheftrainer Markus Schwarzkopf gegen sehr viele Widerstände durchgesetzt hat um das Ausscheidungsrennen von Köln möglich zu machen, damit nicht das „schlauste“ Boot sondern das schnellste Boot nach Rio fahren wird.

Das Fazit:
Wir Wikinger werden im Sinne des Sports auch in Zukunft alle Hebel in Bewegung setzen um sportliche Ziele zu erreichen.

Euer Vorstand